03.02.2026
Ein Weg, der Spuren hinterlässt
Ralf Stephan geht nach fast vier Jahrzehnten in den Ruhestand
Hochheim am Main, 03.02.2026 – Nach fast vier Jahrzehnten engagierter Arbeit im Verbund Antoniushaus verabschiedet sich Ralf Stephan, langjähriger Schulleiter der Peter-Josef-Briefs-Schule (PJBS), in den Ruhestand. Mit ihm geht eine prägende Persönlichkeit, die die Schule über viele Jahre fachlich, menschlich und strukturell entscheidend mitgestaltet hat.
Ralf Stephan begann seinen beruflichen Weg im Antoniushaus am 1. September 1987 als Erzieher im Internat, zunächst in der Gruppe D1. Bereits zum 1. April 1989 übernahm er dort die Gruppenleitung. Der Wechsel in die Förderschule erfolgte am 15. April 1991 unter der damaligen Schulleiterin Frau Rektorin Keidl: ein Schritt, der seinen weiteren Berufsweg maßgeblich bestimmte.
In der Schule arbeitete Ralf Stephan in unterschiedlichen Teams, zunächst mit Claudia Tigges, später über viele Jahre hinweg mit Ruth Krichbaum. Parallel absolvierte er ein Studium in den Fächern Kunst und Religion und engagierte sich als Mentor in den Fächern Mathematik und Religion. Auch die Begleitung von Lehramtsanwärter:innen (LiV) lag ihm am Herzen: die erste LiV war Heike Hannappel, es folgten Susanne Sroka und Alexia Bognar.
Neben dem Unterricht prägten zahlreiche kreative und spirituelle Projekte seine Arbeit. Besonders hervorzuheben ist der gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern gestaltete Kreuzweg in der Kapelle des Antoniushauses sowie künstlerische Arbeiten wie das gemeinsame Bildhauerprojekt mit Tina Farnung, dessen Skulpturen im Turm im Antoniushaus ausgestellt wurden.
Am 1. August 2014 übernahm Ralf Stephan die Schulleitung zunächst kommissarisch, ehe er am 1. April 2015 offiziell zum Schulleiter der Peter-Josef-Briefs-Schule ernannt wurde: gemeinsam mit Frau Rudersdorf-Wild und Frau Schwibus. Diese Zeit war geprägt von großen Herausforderungen: Neben strukturellen Spannungen innerhalb der Schule galt es, das Kollegium zu stabilisieren und Vertrauen neu aufzubauen. Mit Beharrlichkeit, Empathie und einem klaren Werteverständnis gelang es dem Leitungsteam, die Schule wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Eine gute Schulgemeinschaft zwischen allen Beteiligten war Ralf Stephan immer wichtig, wie er abschließend betont: „Die Basis für eine gute Schule ist die zugewandte und offene Beziehung aller, die zur Schulgemeinschaft gehören, Schüler:innen, Kollegium, Eltern aber auch alle Menschen, die für die Schule arbeiten. Alle sollten sich auf Augenhöhe begegnen, jeder muss sich gehört und beachtet fühlen, aber auch offen sprechen können. Im Klima von gegenseitigem Respekt lernen wir von- und miteinander und reifen in unserer Persönlichkeit. Das trifft besonders für unsere Schülerinnen und Schüler zu, gilt aber auch für uns Kolleginnen und Kollegen.“ Und das wünscht sich Stephan auch für die Zukunft seiner Peter-Josef-Briefs-Schule: „Ich wünsche mir, dass unsere Schule sich weiter für ein geborgenes Schulklima einsetzt und auf dieser Grundlage sich den kommenden Herausforderungen stellt.“
In seiner Abschiedsrede würdigte Dr. Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung der JG Rhein-Main, diesen Weg als „Abenteuer des Lebens – in der Schule und im Bulli“. Dieser Werdegang sei ein Beispiel für gelebte Verantwortung. Dr. Dr. Caspar Söling fasste seine Würdigung mit einem Zitat von Peter Josef Briefs, dem Namensgeber der Schule, zusammen: „ ‚[Der Erzieher] sei ein ruhiger, geduldiger, warmherziger, aber auch zielbewusster und verantwortungsvoller Führer hin zum wahren Wohl der ihm anvertrauten Jugend. […] Die Zahl der begnadeten Erzieher ist nicht groß.‘ Du bist auf jeden Fall einer von ihnen.“
Zur offiziellen Verabschiedung sprachen auch unter anderem Ministerialrat Herr Daniel Bognar (Koordinierender Referatsleiter für Grundschulen, Förderschulen und Inklusion) sowie Frau Kutschinski vom Staatlichen Schulamt Rüsselsheim. Herr Bognar führt in seiner Rede aus: „Herr Ralf Stephan war für die Schulaufsicht immer ein verlässlicher Partner, der mit großem Herzblut und großem pädagogischem Sachverstand die Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers im Blick hatte. Die Ernsthaftigkeit und Sorgsamkeit mit der die in der Peter-Josef-Briefs-Schule tätigen Pädagoginnen und Pädagogen die Bildung, den Unterricht und die Erziehung, diskutieren und gestalten, ist beeindruckend und maßgebend. Diese Qualität der Förderung ist ein Anspruch, den Herr Stephan als Schulleiter mit seinem Team als Leitbild im Alltag verfolgt und unterstützt hat.“ Doch die Zeit war nicht immer einfach, wie Bognar fortführte: „Die Herausforderungen für Herrn Stephan waren besonders hoch. Er musste mit seinem Kollegium gemeinsam viele davon meistern: Ob es eine sich in kurzer Zeit verändernde Schülerschaft, ob es die Integration vieler neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war, ob es dass Schulraumkonzepte für eine rasant ansteigende Schülerschaft war, ob es die Einführung neuer digital-gestützter pädagogischer Möglichkeiten oder orthopädisch-therapeutischer Fortschritte war, ob es die Bewältigung der Pandemie war, alle diese und viele weitere Herausforderungen hat er angenommen, sich dabei reingekniet und sie gemeinsam mit der Schulgemeinde gemeistert. Aus der regionalen und obersten Schulaufsicht danken wir herzlich für das gelungene Zusammenwirken in vielen Fragen und bei vielen Anlässen. Stets war das Wohl unserer Schülerinnen und Schüler im Blick und die Elternarbeit. Persönlich wünsche ich Ralf Stephan von Herzen alles Gute, Gottes Segen und viel Freude mit seiner Familie.“
Auch Kolleg:innen und Wegbegleiter:innen blicken gemeinsam mit Ralf Stephan auf ein langes Berufsleben zurück. Kollege und Nachfolger Mathias Siegfried sagt: „Ich habe Ralf Stephan immer als einen äußerst engagierten, zugewandten und verlässlichen Schulleiter und Kollegen erlebt. Seine offene und kommunikative Art hat das Miteinander im Kollegium nachhaltig geprägt. Er hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Kolleg:innen und begegnete allen mit großem Respekt, Vertrauen und Wertschätzung. Besonders hervorzuheben ist sein außerordentlich hohes Maß an Einsatz für alle Menschen in der Schule – unabhängig von Funktion oder Rolle. Sein Umgang mit den Schülerinnen und Schülern war immer zugewandter, offener und nahbarer Natur. Er war präsent im Schulalltag, suchte aktiv das Gespräch mit Schüler:innen und Kolleg:innen und vermittelte allen immer das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Dies trug maßgeblich zu einem positiven Schulklima bei, das von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt war. Insgesamt hat Ralf Stephan Schule nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet. Seine Haltung, seine Menschlichkeit und sein unermüdlicher Einsatz haben das Kollegium gestärkt und den Schülerinnen und Schülern einen Ort geschaffen, an dem Lernen, Entwicklung und Gemeinschaft möglich waren.“
Die Peter-Josef-Briefs-Schule, der Verbund Antoniushaus und die gesamte JG Rhein-Main danken Ralf Stephan für seinen jahrzehntelangen Einsatz und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute, Gesundheit und viele neue Wege abseits des Schulalltags.
Gleichzeitig wurde die Nachfolge in der Schulleitung frühzeitig geregelt, sodass ein geordneter und reibungsloser Übergang bereits sichergestellt wurde. Mit Mathias Siegfried übernahm ein erfahrener Lehrer aus den eigenen Reihen die Schulleitung der Peter-Josef-Briefs-Schule zum 1. Februar 2026. Er ist mit den Strukturen, den Menschen und den besonderen Anforderungen der Schule bestens vertraut und wird die erfolgreiche Arbeit im Sinne der Schülerinnen und Schüler sowie des Kollegiums fortführen. Bereits während seines Zivildienstes von 2002 bis 2003 war er an der PJBS tätig, absolvierte später sein Studium für das Lehramt an Förderschulen mit dem Fach Sport an der Goethe-Universität Frankfurt und legte von 2010 bis 2012 sein Referendariat an der Peter-Josef-Briefs-Schule ab. Seit 2012 ist Mathias Siegfried als Lehrkraft an der PJBS tätig, seit 2014 zudem als Stufenleiter für den Förderschwerpunkt Lernen. Mit Blick auf die Zukunft erklärt Siegfried: „Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf die Arbeit von Ralf Stephan zurück. Er hat die Peter-Josef-Briefs-Schule über 12 Jahre mit großem Engagement, Weitblick und Menschlichkeit geprägt. Ein zentrales Anliegen wird für mich zunächst die Fertigstellung des Schulneubaus sowie die Sanierung des Bestandsbaus sein – verbunden mit der guten Organisation des Um- und Einzugs. Dieser umfassende Veränderungsprozess ist für unsere gesamte Schulgemeinschaft etwas ganz Besonderes. Darüber hinaus möchte ich die Unterstützte Kommunikation weiter stärken und fest in allen Bereichen des Schulalltags verankern. Kommunikation ist Grundlage von Teilhabe, Selbstbestimmung und Beziehung – deshalb sehe ich es als wichtige Aufgabe, bestehende Konzepte weiterzuentwickeln, Kompetenzen im Kollegium auszubauen und unseren Schülerinnen und Schülern vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten zu eröffnen. Ein weiterer Schwerpunkt wird für mich die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihr Leben nach der Schule sein. Dazu gehört neben lebenspraktischen Fähigkeiten auch die Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und sozialer Teilhabe. Ich wünsche mir, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Schule mit dem Gefühl verlassen, gut begleitet worden zu sein und ihren Platz in der Gesellschaft finden zu können. Ich trete diese Aufgabe mit großem Respekt, viel Freude und dem festen Wunsch an, Bewährtes weiterzuführen und gemeinsam neue Wege zu gestalten – immer im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler und der gesamten Schulgemeinschaft.“
Die JG Rhein-Main wünscht Mathias Siegfried für seine neue Aufgabe alles Gute, viel Erfolg und ein gutes Gelingen auf seinem weiteren Weg.
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